Presse

Wiesbadener Kurier 25.02.2008
Zu jedem Gang in eine andere Wohnung


Beim "ver-rückten Dinner" nehmen Teilnehmer Fahrten von Wiesbaden nach Bingen in Kauf



Guten Appetit! Beim "ver-rückten Dinner" lernen sich Wildfremde bei den einzelnen Gängen kennen. Bei Irmgard Zölzer (Zweite von rechts) gab es zum Nachtisch Apfelkuchen.Hooß





Von Felix Hooß
WIESBADEN Es ist zehn Uhr abends, Irmgard Zölzer und Norbert Vollmary sind aufgeregt. Die beiden stehen in der Küche der Wiesbadenerin und erledigen die letzten Handgriffe für das Dessert. Es gibt Apfelkuchen mit Schlagsahne, die beiden erwarten Gäste, und diese können jeden Moment kommen. Das Besondere dabei: Sie kennen die Gäste überhaupt nicht. Auch Irmgard und Norbert waren sich bis vor ein paar Stunden noch völlig unbekannt. Die beiden sind als "Kochpartner" zufällig zusammengewürfelt worden. Vor- und Hauptspeise haben sie bereits zu sich genommen, jetzt kümmern sie sich gemeinsam um den Nachtisch. "Mittlerweile sind wir eingespielt", sagt Norbert.

"Ver-rücktes Dinner" nennt sich die Aktion, bei der die Wiesbadenerin und ihr Zufalls-Partner aus Bad Münster mitmachen. Drei fremde Pärchen - entweder gemeinsam angemeldet, oder, wie bei Irmgard und Norbert, zusammengestellt - treffen sich in der Wohnung eines der Teilnehmer zur Vorspeise. Danach geht es weiter zum Hauptgericht, in eine andere Wohnung mit anderen Pärchen, denn die nun bekannten ziehen ebenfalls woanders hin. Schließlich gibt es das gleiche Spielchen nochmal beim Dessert, das nun in Irmgards gemütlicher Hinterhauswohnung im Rheingauviertel auf den Verzehr wartet.

Schon klingelt es, Kerstin und Heiko stehen vor der Tür. Geschwister, sie aus Mainz, er extra für diesen Abend aus dem Sauerland angereist. Irmgard präsentiert sich sogleich als gute Gastgeberin "Will jemand einen Rotwein oder Sekt? Es gibt auch Kaffee zum Kuchen." Gesprächsbedarf herrscht zur Genüge, man tauscht sich über das Vor- und Hauptgericht aus. "Ich war nicht richtig entspannt, weil ich wusste: Da stehen bei mir um acht Uhr die Leute wegen der Hauptspeise vor der Tür", bekennt Kerstin. Bei ihr gab es Lachs. "Wie war denn die Suppe?", will Kerstin von ihren Gastgebern wissen. Die Köchin der Vorspeise von Irmgard und Norbert war nämlich im Anschluss zum Lachsessen bei Kerstin und Heiko. Man weiß voneinander. "Hattet ihr die Hauptspeise bei Matthias und Julia?", will Kerstin wissen. "Nein, die kennen wir nur vom Hörensagen."

Es klingelt erneut, Sabine aus Wiesbaden und Gregor aus Mainz komplettieren die Runde. Endlich wird der Apfelkuchen aufgetischt. Gesprächsthemen bleiben - na klar - das "ver-rückte Dinner" selbst sowie seine Teilnehmer. "Wie seid ihr zusammengekommen?", will Sabine wissen. Kerstin und Heiko klären auf, dass sie Bruder und Schwester sind. Es kommt ans Licht, dass das Dinner ein Weihnachtsgeschenk war. Kerstins Freund hat gekniffen, da musste der Bruder ran, von dem kam ja auch die Idee. "Ach, ihr seid die Geschwister, wir haben ja schon so viel von euch gehört", lacht Gregor.

Das Abendessen, bei dem die Gäste sprichwörtlich ver- rückt werden, existiert in einigen deutschen Großstädten schon länger. Judith Dresselmann veranstaltet das "ver-rückte Dinner" seit September hier in der Region. Die 37-Jährige organisierte das Event zunächst in ihrer Heimatstadt Bad Kreuznach, weitete es dann auf Mainz und Wiesbaden aus. 18 Teilnehmer - die wenigsten von ihnen passionierte Köche - sind bei einem solchen Dinner mit dabei. Kennen lernt man an einem Abend nur zwölf, alle besuchen im Anschluss jedoch noch einen gemeinsamen "Nachschlag", diesmal in einer Bar in Mainz.

Einziger echter Kritikpunkt bis jetzt: "Die Logistik", wie Norbert augenrollend feststellt. Noch müssen die Teilnehmer Fahrten bis nach Bingen hinnehmen, um einen der Gänge einzunehmen. "Das geht im Moment noch nicht anders", sagt Organisatorin Judith Dresselmann. Sobald sich genügend Interessenten finden wird ein Dinner nur für Wiesbadener und Mainzer möglich sein. Doch auch so denken alle Dinner-Teilnehmer nach einem nicht nur kulinarisch aufregenden Abend wie Irmgard Zölzer: "Ich würde es jederzeit nochmal machen."


Rhein-Main-Presse Bingen 31.12.2007
„Ver-rücktes“ Dinner für mehr als einen


Es muss nicht immer „for one“ sein/ spassiger Koch-Trend für Unternehmungslustige

Büdesheim
Der Silvesterklassiker „Dinner for one“ bekommt vielköpfige „Konkurrenz“;
Beim Ver-rückten Dinner treffen bis zu 12 fremde Kochfreunde aufeinander.
Gekocht und gegessen wird in drei verschiedenen Privatwohnungen.
Das neue Trend-Abendessen hat sich auch in Bingen etabliert.

Von Christine Tscherner
Heidi und Uwe sind bereits zum zweiten Mal dabei. Gudrun will ihren Freundeskreis erweitern. Und Olga hat kein Problem damit, wildfremde Menschen in ihre Küche einzuladen. Alle haben eine Leidenschaft gemein: Sie kochen gern und lieben Überraschungen. Sie haben sich im Internet angemeldet zum Überraschungsdinner. Drei Gänge in drei Wohnungen mit jeweils sechs Gästen.

„Für welchen Menüpunkt wir zuständig sind, das haben wir erst kurz vorher erfahren.“

Uwe Biel aus Rüdesheim bei Bad Kreuznach rührt im „Chilli Con Carne“.Zusammen mit seiner Frau hat er statt in die eigenen vier Wände ins Küchenstudio Schmitt zur Vorspeise eingeladen.

„Der Küchenbauer“ im Kullhaus hilft aus, wenn die eigene Küche oder das Esszimmer zu eng für sechs Esser sind.

„Ein prima Werbeeffekt für uns“, freut sich Annette Renner vom Küchenstudio über den Besuch von Fernsehteam und Fotografen.

Kochen liegt im Trend. Anders als das Ehepaar Biel wurden Gudrun Borenberg und Olga Bargende erst drei Tage vor dem Dinner-Abend zum Kochteam „zusammengewürfelt“. “Ich bin am Nachmittag zu Olga nach Mainz gefahren und wir haben zusammen das Hauptgericht vorbereitet“, berichtet Gudrun.

Die Frau aus Gau-Odernheim hat den Wein beigesteuert, ihre neue Bekannte den Rezept-Vorschlag: Rinderfilet auf Gemüse wartet als Hauptgang in Hechtsheim, während die Damen Chilli in Büdesheim probieren. „Vorbereitet ist alles“, lässt sich Gastgeberin Olga nicht aus der Ruhe bringen.

Nach der Stippvisite daheim am Herd fährt sie mit Gudrun weiter nach Mainz-Bretzenheim. Dort warten weitere vier neue Gesichter und der Nachtisch.

Bis zu zwölf Menschen mixt das „ver-rückte“ Essen an einem Abend zusammen.

Die Dinner-Idee boomt. Gäste schwärmen in Internet-Foren vom unkomplizierten Kennenlernen neuer Leute in privater Atmosphäre, von „spannenden Abenden“ mit“ interessanten Gesprächen und kulinarischen Genüssen“.

Alkohol zum Essen ist zumindest für einen im Koch-Duo tabu. Bis zu 25 Autominuten Fahrzeit können jeweils zwischen den drei Esszimmern liegen.

Taxidienste liegen teuer.

Die Hälfte der Teilnehmer muss seine Küche zur Verfügung stellen. Wer sich nicht zu den Lafers dieser Welt zählt, der findet auf der Internetseite des Veranstalters Rezept-Ideen. Hauptspeisen gelten als schwierigster Part, jedoch mit genug Vorbereitung machbar.

Kochen jedenfalls, das zeigt der Erfolg des Angebots, ist als Abendgestaltung im Trend.

Besonders die Altersgruppe zwischen 30 und 50 Jahren schätzt das private Prinzip mit Überraschungsfaktor. Binger Hobbyköche können sich sowohl für die Abendessen im Umland von Bad Kreuznach als auch in Mainzer Umgebung anmelden.

Die Teilnahmegebühr beträgt 20 €.

Binger Wochenblatt Donnerstag, 06.12.2007

Kochen ist mehr denn je „in“
Wo fremde Menschen gemeinsam essen und schlemmend Kontakte knüpfen geht`s lustig zu.

Bingen
„Das perfekte Dinner“ kennt fast jeder. Kochshows im Fernsehen haben die Lust am Kochen und Essen entfacht. Kochen ist „in“ . Kochen ist Lifestyle und Kultur. Und wenn man dabei noch nette Leute kennen lernt und Kontakte knüpft, dann ist man im Kreis Bad Kreuznach und Mainz-Bingen ganz sicher bei Judith Dresselmann gelandet. „Ver-rücktes Dinner“ heisst das Konzept, bei dem sich Singles, Paare, Fremde oder Freunde in gemütlicher Runde gegenseitig bekochen. Annette Renner vom Küchenstudio „Der Küchenbauer“, in Büdesheim hat die Probe aufs Exempel gemacht und am „Ver-rückten Dinner“ teilgenommen. Am Start waren 2mal sechs Teams.Eines aus Bad Kreuznach, Bingen und Umgebung und das andere aus Mainz. Zwei Personen bilden ein Team und sind dann gemeinsam zuständig für einen der drei Gänge. Das „Ver-rückte“ daran ist der Wohnungswechsel zu den einzelnen Gängen.

Man kommt viel rum
An einem Abend ist man einmal Gastgeber und zweimal Gast. Da ist richtig was los. Mit dem Teampartner, ob nun der eigene Partner oder per Zufallslos bestimmt, bleibt man den Abend über zusammen. “Unser Erstes Ziel war Rüdesheim bei Kreuznach. Dort hat uns gegen 18 Uhr Heidi mit Partner mit einer leckeren Kartoffelsuppe und separat gereichten Speckwürfeln empfangen. Das war genau das richtige an diesem nasskalten Abend. Danach ging es nach Bad Kreuznach zum Hauptgericht. Stefan und Torsten haben uns mit einem leckeren Nudelgericht überrascht. Gefärbte Nudeln und dazu eine exquisite Hackfleichsosse, „hmm“. Für den Nachtisch in unserem Team war ich zuständig. Da der Abschluss sowieso im Küchenstudio in Büdesheim geplant war, haben sich beide Teams dort zum Dessert versammelt. In unserer Gruppe gab es einen frisch-fruchtigen Obstsalat mit Vanillepudding und Sahne, beim zweiten Team standen duftende Bratäpfel auf dem Speiseplan.Wir haben viel gelacht an diesem Abend.“ Das Tolle am“ Ver-rückten Dinner“ ist, dass es nicht darum geht, besser zu sein als die andern, sondern einfach nur Spass zu haben und neue Leute kennen zu lernen. „ Ich finde das ver-rückte Dinner spannend, kulinarisch aufregend und der Spassfaktor ist riesig“, bewertet Annette Renner vom Küchenstudio „Der Küchenbauer“ dieses neue Konzept von Judith Dresselmann.

STUZ Stadt – Land - Campus
Ausgabe 96 Dezember 2007

Das Ver-rückte Dinner

Egal, ob Single, Pärchen oder oder allein erziehend:
Beim Ver-rückten Dinner lernt jeder auf ungezwungene Art neue Leute kennen. Die Veranstalterin verspricht, auf Altersklasse und Partnerstatus Rücksicht zu nehmen. Sechs Teilnehmer werden zu einer Gruppe zusammen gewürfelt: Jeweils zwei kochen einen der drei Gänge:Vor,-Haupt,-oder Nachspeise. Jeder Gang wird zu einer festen Uhrzeit in einer anderen Wohnung serviert. So lernt jeder Teilnehmer bis zu vier neue Leute in jeder Wohnung kennen. Um mitzumachen, muss niemand ein Spitzenkoch sein. Zum Abschluss treffen sich alle zum „Nachschlag“ in einer vom Veranstalter vorher festgelegten Location. Die nächsten Termine in Mainz sind am 15. und 26. Dezember.

Mainzer Rhein Zeitung 26.11.2007


Wildfremde nehmen am Esstisch Platz

„Ver-rücktes Dinner“ in Mainz und Umgebung: Drei Paare kochen Vor, -Haupt, -oder Nachspeise und treffen sich für jeden Gang in einer anderen Wohnung.

Vor dem großen Abend verbringen die Gastgeber Stunden in der Küche, wälzen Kochbücher, wählen den passenden Wein aus.

Nur wer sich später an ihren festlich gedeckten Tisch setzen wird, wissen sie nicht - beim „Ver-rückten Dinner“ bewirtet man Wildfremde.

Mainz. „Ehrlich gesagt, kochen wir überhaupt nicht so gerne“, sagt Natalie Beisch und stellt den Motor ihres Wagens aus.

„Stimmt“, pflichtet ihr Jonas Ulrich bei. “Aber noch skurriler ist die Tatsache, dass wir den ganzen Abend mit wildfremden Menschen essen werden und auch für sie kochen müssen!“ Das frisch verheiratete Paar lacht und steigt in Geinsheim aus dem Auto.

Die beiden Mainzer wollten einen aussergewöhnlichen Abend erleben und meldeten sich für ein „Ver-rücktes Dinner“ an.

Das Prinzip ist einfach: Jeweils zwei Personen bereiten Vor,- Haupt,-oder Nachspeise für zwei bis vier weitere Teilnehmer vor.

Gegessen wird jeweils in der Wohnung der Köche.

Für Natalie und Jonas bedeutet das zumindest, „dass wir jetzt wissen, dass es Geinsheim überhaupt gibt“, sagt Jonas.

„Dann schauen wir mal, wer hier eine Vorspeise für uns gekocht hat.“
Gut gelaunt öffnet Birgit Kunz die Tür.

Zur Begrüssung gibt’s für alle ein Glas Elsässer Cre`mant mit einem Schuss Cassis.

„Mein Kochpartner ist leider abgesprungen“, erzählt die 47jährige.

„Macht aber nichts, umso mehr bleibt für uns.“ Der Aperitif kommt gut an, als Vorspeise serviert die Gastgeberin eine Kartoffelcremesuppe.

Schnell kommen die Teilnehmer ins Gespräch, von anfänglicher Scheu gegenüber den Unbekannten keine Spur.

„Die Hauptspeise gibt es bei uns“, sagt Jonas.

„Nur leider ist uns letzte Woche der Ofen explodiert“, wirft Natalie ein.
„Auflauf gibt`s schon mal nicht.“

In Mainz geht die fröhliche Runde weiter. Bei Jonas und Natalie stossen die die Binger Volker Kriegsmann und Ivonne Schmitt zu der Gruppe.

Jonas gibt den Sommelier. „Wir hatten die schwierige Aufgabe, die Hauptspeise zu machen“, erzählt er, während er seinen Gästen den Wein kredenzt.

„Habt ihr das Essen warm gestellt?“ , fragt Ivonne.
„Ich hatte erwartet, ein paar Mal die Mikrowelle piepen zu hören“ , scherzt Volker.

„Nein“, sagt Jonas und grinst.
„Ihr habt die Wahl zwischen Pizza-Taxi oder China- Schnellimbiss.“

Den ganzen Tag haben Natalie und Jonas überlegt, wie sie die Hauptspeise am besten vorbereiten.

Viel Zeit zwischen den Mahlzeiten haben sie nicht, da sie von Station zu Station fahren müssen. „Es gibt Nudeln“, ruft Natalie aus der Küche.

„Die Soßen haben wir heute Mittag schon gekocht.Wir hätten einmal Sahnesoße mit Garnelen oder Tomatensoße mit Zucchini.“

Die Pasta begeistert alle. Die Chemie zwischen Gastgebern und Gästen stimmt, es herrscht eine fröhliche Atmossphäre am Tisch.

Erst als alle Teller leer gegessen sind, geben die Köche ihr dunkles Geheimnis preis. „ Wir haben sie Soße vorher überhaupt nicht probiert“, sagt Natalie.

„Und ich bin heute zu Ikea gefahren, damit wir überhaupt ein Set gleicher Teller haben“, ergänzt Jonas.

Volker muss lachen : „ Ich hab mich schon gewundert, als ich mit der Gabel das Preisschild vom Boden gekratzt habe.“

Einen Nachtisch vorzubereiten, währe leichter gewesen, vermuten die Mainzer.“ Sechsmal Joghurt und fertig“, erklärt Jonas.

Volker pflichtet bei: „ Woher weißt du, was es gleich bei uns gibt? Wir müssen den Nachtisch noch an der Tankstelle kaufen.“

Die ausgelassene Stimmung unter den Gästen bricht auch bei der letzten Station in Bingen nicht ab.

In Volkers und Ivonnes Wohnung treffen Jonas und Natalie auf Yvonne Försterling und Karl Rumpel.

„Okay, kein Tankstellendessert“, rudert Volker zurück und präsentiert die Nachspeisen.

„Einmal Käseplatte für den herzhaften Typ und Süßspeise aus Frischkäse, Sahne, Kirschen und Mandeln.“

Wie das Dessert denn heisse, will Natalie wissen. „ Es hat keinen Namen. Das ist ein Rezept von einem Freund aus Ebersheim“, antwortet Volker, als Jonas kreative Stundeschlägt: „ Quasi Ebersheimer Allerlei.“

Eigentlich eine gute Idee, doch da haben die Dinner- Gäste noch nicht die Einwände von Yvonne und Karl auf der Rechnung.

„Tja, also das tut uns leid, das können wir nicht essen“, sagt die 28-jährige zunächst mit versteinerter Miene.

„Wir sind aus Zornheim. Wir essen nichts aus Ebersheim“, sagt sie und lacht.

Geschmeckt hats ihr trotzdem.

VORSicht November 2007 " Leute kennen lernen und schlemmen"

Essen verbindet, die Lust am Kochen auch. Was die Fernsehsendung „Das perfekte Dinner“ erfolgreich gemacht hat, zieht mittlerweile immer weitere Kreise: Menschen treffen sich, essen gemeinsam. Zu gemütlicher Runde können Singles, Paare oder Freunde dafurch neue Kontakte knüpfen – Mittlerweile auch in der Region Rhein – Nahe

„Lerne neue Leute kennen und lass es dir schmecken“. Dies sei eine gute Kombination, um die Anonymität einer Stadt, in der man zusammen und doch getrennt lebt, aufzuheben, findet Judith Dresselmann. Die Suche nach Gastfamilien für französische Schüler in Bad Kreuznach weckte ihr Interesse daran, Menschen zusammenzubringen.

Die Idee, durch gemeinsames Essen neue Kontakte zu knüpfen, sei natürlich nicht neu, räumt die Unternehmerin ein. „Running Dinner“ ist die gängige Bezeichnung für ein Essen, bei dem Vor-, Haupt-, und Nachspeise reihum in den verschiedenen Wohnungen der jeweiligen Teilnehmer verputzt werden. Von Gang zu Gang, von Wohnung zu Wohnung – ein ver-rücktes Prinzip. In Städten wie Berlin, Köln und Frankfurt wird bereits von Tisch zu Tisch geschlemmt. Im Raum Bad Kreuznach, Bingen, Ingelheim und Mainz ist Judith Dresselmann mit ihrem Angebot des ver-rückten Dinners jedoch ein Novum.

Seit Ende Juli 2007 plante und feilte sie an ihrem Konzept. Am 22.09. war es dann endlich soweit, und das erste ver-rückte Dinner in Bad Kreuznach wurde Wirklichkeit. „Und es war ein voller Erfolg“, berichtet die Organisatorin stolz. Wichtig ist, das man dem Dinner der besonderen Art ganz gelassen entgegen sieht, denn hier handelt es sich nicht um das „perfekte Dinner“.

Es gehe weder darum, ein Essen a` la Johann Lafer zu servieren, noch darum, den Partner fürs Leben zu finden. „Ich bin schliesslich keine Partnervermittlung“, so Judith Dresselmann. Aber wer nette Leute kennenlernen möchte, neu in der Stadt ist, Abwechslung sucht, oder wer einfach neugierig ist, ist beim ver-rückten Dinner genau richtig.

Damit dies seinem Namen gerecht werden kann, werden aus 18 Leuten neun Zweier-Teams gebildet, wobei jeweils ein Team für je einen Gang zuständig ist. Jedes Dinner besteht aus drei Gängen, also entstehen aus den neun Teams drei Gruppen pro Menü, die dann entweder für Vor,- Haupt,- oder Nachspeise zuständig sind. Zu jedem Gang geht es in eine andere Wohnung des jeweiligen Teams. Der Teampartner ist der einzige, mit dem man den Abend über zusammen bleibt. Dadurch wird das ver-rückte Dinner noch etwas aufregender, denn man empfängt nicht nur Gäste, sondern ist auch Gast bei zwei verschiedenen Gastgeberteams.

Organisatorin Dresselmann koordiniert den Ablauf und ist auch bei der Suche nach einem Teampartner behilflich. Um 18.00 Uhr sollte die Vorspeise, um 20.00 Uhr die Hauptspeise und um 22.00 Uhr die Nachspeise serviert werden. Zum krönenden Abschluss geht es für alle gegen 23.00 Uhr ins grosse Finale. Bei einem Glas Sekt treffen sich die 18 Teilnehmer in einer vorher festgelegten Lokalität und lassen den Abend gemeinsam ausklingen.

Auch hier gilt: Gute Laune steht im Vordergrund. Bisher hat sich für die Teilnehmer gezeigt, dass am Anfang Fragen über Fragen standen und am Schluss eigentlich nur eine übrig blieb: Warum gab es das nicht schon vorher? So auch Renate, die sich mit viel Freude an das schöne ver-rückte Event in Bad Kreuznach erinnert: „Nachdem ich dem Abend mit viel Spannung entgegen gesehen habe kann ich im Nachhinein nur sagen, dass es so lustig und unterhaltsam war, dass ich gerne wieder dabei wäre.“ Um das Angebot noch interessanter zu machen, überlegt Judith Dresselmann auch, spezielle Angebote für ein entsprechendes Zielpublikum zu planen.

So könne sie sich unter anderem ein ver-rücktes Dinner für Alleinerziehende vorstellen, um den persönlichen Austausch mehr in den Vordergrund zu stellen. Wer sich einen Eindruck des ver-rückten Dinners verschaffen möchte, kann dies vom 1.-8.11. im Offenen Kanal Bad Kreuznach tun.

Pepper Veranstaltungsmagazin 16.11.-24.11.2007


Ver-rücktes Dinner in Mainz und Bad Kreuznach
Koch und Gast gleichzeitig

Wer isst denn schon gerne alleine? Aber neue Leute kennenlernen ist oft gar nicht so einfach. Beim „Ver-rückten Dinner“ kann man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und dazu noch seine Qualitäten als Koch und Gastgeber präsentieren. Das Konzept ist eigentlich ganz einfach:In einer Stadt wird zum „Ver-rückten Dinner“ aufgerufen. Man meldet sich an und dann gibt es drei Gänge in drei verschiedenen Wohnungen - natürlich einen davon in der eigenen. Jeder, der mitmacht, ist also Gast und Gastgeber gleichzeitig. Aber man ist nicht alleine für das Gelingen verantwortlich. Wer keinen hat, bekommt einen Kochpartner. Was es zu essen gibt, entscheidet der jeweilige Koch – nur der Gang wird vorher festgelegt. Nicht, dass das Dessert vor dem Hauptgang kommt. Das Ganze wird dann garantiert ein netter, entspannter und leckerer Abend.

Pressebericht "Allgemeine Zeitung" Mainz


Menü über die Stadt verteilt

"Ver-rücktes Dinner" setzt auf Mobilität und Kontaktfreude der Esser

Ein Abend, neun Küchen und 18 Teilnehmer, die versuchen, ein schmackhaftes Drei-Gänge-Menü auf die Beine zu stellen und bei jedem Gang auf fremde Mitesser treffen. Was wie eine Art Kochrallye klingt, gibt es jetzt auch in Mainz.

(Von Melanie Lahrmann)
"Ver-rücktes Dinner" heißt das unkonventionelle Konzept, das bereits in mehreren großen Städten in Deutschland unter dem Namen "Running Dinner" für Kochbegeisterung im originellen Rahmen sorgte. Vor allem in Universitätsstädten erfreut sich die kulinarische Drei-Gänge Tour quer durch die Esszimmer einer wachsenden Fangemeinde. Das Prinzip des Ver-rückten Dinners wirkt zunächst etwas kompliziert, ist im Grunde aber einfach und hält eine Menge Spannung ebenso wie neue Kontakte bereit.

Und so funktioniert die Dinner-Reise durch die Stadt: Man meldet sich allein, als Paar oder mit einem Kochpartner aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis an. Wer allein am Ver-rückten Dinner teilnimmt, bekommt einen Teamkollegen zugelost. Jedes Koch-Duo bereitet am Dinner-Abend einen Gang in der eigenen Küche zu - entweder Vorspeise, Hauptgeicht oder Dessert. Wer zum Beispiel für die Vorspeise zuständig ist, stellt diese für 18 Uhr fertig und dann heißt es:
Rate mal, wer zum Essen kommt?

Insgesamt zwei andere Teams empfängt das gastgebende Duo in seiner Wohnung zum gemeinsamen Schlemmen und Kennenlernen. Der besondere Clou daran ist, dass jeder Gang in einer anderen Wohnung der Stadt verspeist wird. Zum Hauptgang um 20 Uhr ebenso wie zur Nachspeise um 22 Uhr trifft jedes Duo auf vier neue Dinner-Teilnehmer-insgesamt zwölf neue Bekanntschaften ergeben sich im Verlauf des Dinner-Hoppings. Idealerweise ist daher pro Team ein Auto vorhanden, mit dem es sich zu den Gastgebern der anderen Speisegänge anreisen lässt. "Die Entfernungen zwischen den einzelnen Wohnungen versuche ich bei der Planung möglichst gering zu halten, damit man auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln mitmachen kann", betont Organisatiorin Judith Dresselmann.

Am Ende der Dinner-Rallye sind alle Teams jeweils einmal Gastgeber und zweimal zu Gast bei anderen Kochduos. Beim abschließenden "Nachschlag" treffen sich alle Teilnehmer zum Sektempfang in einer Kneipe, können Gespräche fortsetzen und auch die restlichen Teilnehmer kennen lernen.

Pressebericht Oeffentlicher Anzeiger vom 29.09.2007

Von wegen „Dinner for one“ und „ The same procedure as every year, James”, den Miss Sophie May Warden und Butler James Freddie Frinton zum Kult erhoben.
Am 22.09. hiess es auf zum „Ver-rückten Dinner“ mit wechselnden Gästen. Die Bad Kreuznacherin Judith Dresselmann (36) berichtet, was ein Teilnehmer bei der Premiere erlebt hat. Als er den Ablaufplan erhält, ist er zunächst ganz schön aufgeregt. Mit einer Kochpartnerin, die er noch nicht kennt, soll er bei ihr zu Hause die Vorspeise zubereiten. Sie ist fast so alt wie er.“Soll ich anrufen, oder ruft sie an? Und was sollen wir servieren?“ Einen Tag später:“ Wir haben telefoniert! Es wird mit Käse und leckeren Gewürzen überbackene Brötchen und dazu einen Kräuterdip geben.“ Tagsdrauf, die Gäste kommen jeden Moment, zwei Männer und ein Paar-eine lustige Runde, es wird viel gelacht. Nach eineinhalb Stunden verlassen die Gäste das Haus.Für jedes Team heisst es jetzt: auf zur Hauptspeise! "Wir fahren nach Planig!“ Die Runde besteht hier aus 3 Männern und 3 Frauen. Es gibt Geschnetzeltes mit Basmatireis und Salat-köstlich“. Die Nachspeise wird in Pfaffen-Schwabenheim serviert- überbackene Pfirsiche mit Nüssen. Zum Abschluss treffen sich alle Teilnehmer in einer Kneipe in Bad Kreuznach. „Bin gespannt, wen ich noch alles kennenlerne.“ Wie auch immer, es war ein rundum gelungener Abend, sehr anregend und aufregend. Wer`s mal ausprobieren will: www.ver-ruecktesdinner.de